ZEILEN & ZEICHEN
Gruppenausstellung
Wie funktionieren Zeichen, wie entsteht ihre Bedeutung, wie erodiert sie, wie werden aus Zeichen Zeilen, welche Rolle spielt das Digitale?
Hände auf Felswänden waren erste Zeichen. Diese Bilder repräsentierten etwas. Wir wissen nicht was, aber wir wissen, dass mit dieser Abstraktion Kultur begann. Aus Bildern wurden Zeichen, aus Zeichen Zeilen.
Künstlerinnen und Künstler sind Experten für Zeichen, deren Bestand sie im Sinne und entgegen seiner Bedeutung nutzen, indem sie neue Bezüge setzen oder Zeichen als reines Formmaterial verwenden. So entstehen neue Sinnzusammenhänge, Verstörendes, Poetisches und kostbarer Nonsens.
Verschiedenste Zeichensysteme verzweigen sich heute in alle Richtungen. Man muss sie kennen, um klarzukommen. Nicht nur der öffentliche Raum, auch der Weg in die digitale Parallelwelt, die ausschließlich aus Zeichen besteht, ist gespickt mit Codes. Und das weltweite Netz aus Verlinkungen wirft neben ökologischen Fragen auch Fragen zum Thema auf: Wird die Kenntnis der Alphabete, die sich aus Bildern entwickelt haben, gerade von Bildschnipsel–Fluten und Emojis verdrängt? Geht der Zusammenhang von Zeichen und bezeichneter Materie gerade in den Weiten des Internets verloren? Wie kann Kunst Digitales nicht affirmativ nutzen?
Sophia Bornhagen, Craig Ashton, Jochen Quast, Petra Vollmer, Ulrike Bals, Tomas Müller-Thomsen, Claudia Krieghoff-Fraatz, Beata Krampikowski, Jutta Weingarten, Astrid Teske setzen sich mit dem unerschöpflichen Bestand analoger und digitaler Zeichen auseinander.