Die Euthanasie-Gedenkstätte Lüneburg befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg. Von hier gingen ab 1934 Zwangssterilisationen und ab 1941 sogenannte »Euthanasie«-Maßnahmen aus.
Die Gedenkstätte informiert über die Geschichte von Rassenhygiene und Eugenik, über Zwangssterilisation, Kinder- und Jugendlichen-»Euthanasie«, die »Aktion T4« sowie die dezentrale »Euthanasie« bis in die frühe Nachkriegszeit. Zudem thematisiert sie Verantwortung, Täterschaft und die juristische wie gesellschaftliche Aufarbeitung nach 1945.
Zu den historischen Orten zählen mehrere Gebäude der heutigen Psychiatrischen Klinik Lüneburg (u. a. Häuser 15, 16, 23, 24 und 25), die Gedenkanlage und Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof Nord-West, Gräber von Opfern auf dem Zentralfriedhof Lüneburg sowie der ehemalige Sitz des Erbgesundheitsgerichtes am Amtsgericht Lüneburg.
Die ersten Forschungen zu den Lüneburger Krankenmorden begannen 1983. Die Gedenkstätte wurde 2004 eröffnet. Seit 2022 wird sie von der gemeinnützigen Bildungs- und Forschungsgesellschaft mbH getragen. Ein Bildungszentrum (2019–2020) sowie ein Dokumentationszentrum (2022–2025) erweitern das Angebot. Neben der historischen Aufarbeitung engagiert sich die Gedenkstätte auch für Menschenrechte, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe in der Gegenwart.