Folgen Sie den Spuren des einstigen Amtes Scharnebeck und entdecken Sie stille Zeugen einer reichen Geschichte zwischen Klosterleben, Landesherrschaft und landschaftlicher Idylle. Die Rundtour führt durch die Dörfer des ehemaligen Amtsbezirks, der nach Auflösung des Zisterzienserklosters Scharnebeck im Jahr 1525 gegründet wurde.
Ursprünglich umfasste das Amt die Orte Scharnebeck, Rullstorf, Bennerstedt, Nutzfelde, Lentenau und Fischhausen. Später kamen Echem, Bullendorf, Boltersen, Sülbeck und Neetze hinzu. Die Tour verbindet historische Schauplätze mit reizvoller Natur und spannenden Geschichten.
- Scharnebeck Zentrum des ehemaligen Klosteramts: In unmittelbarer Nähe zur St. Marienkirche befinden sich die Reste des Klosters sowie das alte Amtshaus, auch „Neues Haus“ genannt. Eine Informationstafel am Kirchenparkplatz bietet interessante Einblicke in die Geschichte des Klosters. Nur wenige Schritte entfernt laden die idyllischen Mühlenteiche zu einem Abstecher ein – hier steht auch der Überrest der legendären „Klostereiche“.
- Rullstorf Hier stößt man auf einen Teil der sogenannten „Neuen Lüneburger Landwehr“. Diese Verteidigungsanlage wurde auf Betreiben des Klosters weit nach Osten gebaut, um dessen Besitzungen besser zu schützen. Eine gut gestaltete Informationstafel erläutert die Funktion und Bedeutung dieser historischen Grenzsicherung.
- Neumühlen Die malerische Wassermühle von Neumühlen war einst klösterlicher Besitz. Heute bietet sie einen idealen Platz für eine Pause – mit schöner Aussicht und einer informativen Tafel zur modernen Fischtreppe, die das ökologische Gleichgewicht im Bach wiederherstellt.
- Nutzfelde Der kleine Ort sollte nach dem Willen des Klosters einst zugunsten einer zisterziensischen Grangie – also eines Großhofs – aufgegeben werden. Die Umsetzung dieses sogenannten „Bauernlegens“ scheiterte jedoch, sodass Nutzfelde bis heute besteht.
- Bennerstedt Bennerstedt war ein Ort, der tatsächlich dem Grangie-Prinzip zum Opfer fiel. Das Dorf wurde zugunsten eines Forsthofs aufgegeben, der bis in die 1970er Jahre existierte. Heute finden sich an dessen Stelle Lichtungen im Wald, durchzogen von alten Baumriesen – stille Zeugen vergangener Zeit.
- Fischhausen Dieser Ort diente als Fischerei des Klosters Scharnebeck. Von der nahegelegenen „Kuhbrücke“ Richtung Echem genießt man einen weiten Blick in die Marschlandschaft – besonders reizvoll in den frühen Morgenstunden.
- Echem Echem kam 1572 als „Patengeschenk“ aus lauenburgischem Besitz zum Amt Scharnebeck. Die schmucke Kirche im Ortskern lohnt einen kurzen Besuch – sie erzählt von der engen Verbindung des Dorfes zur regionalen Herrschaftsgeschichte.