Vortrag von Dr. Christina Deggim im Rahmen der Reihe „Museum Erleben“
1945 wurde in Dänemark die Flygtningeadministrationens Kartotek aufgebaut – ein Register der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs internierten, überwiegend deutschen, Flüchtlinge in Dänemark.
Was zunächst als einfache Erfassung begann, entwickelte sich dank mehr als 100 Mitarbeitern schnell zu einem innovativen und international tätigen Suchdienst, der unzähligen durch Krieg und Flucht getrennten Familien half, wieder zueinanderzufinden und lange ungeklärte Schicksale aufzuklären.
Als die dänischen Internierungslager aufgelöst wurden, gelangte die Kartei 1949 gemeinsam mit den letzten deutschen Flüchtlingen nach Stade. Dort setzte das Team – unter der Schirmherrschaft des Dänischen Roten Kreuzes – seine erfolgreiche Arbeit fort. Selbst als die Bundesregierung die Auflösung der Kartei beschloss, führten die engagierten Mitarbeiter ihre Tätigkeit mit Zustimmung des Stader Regierungspräsidenten zunächst inoffiziell weiter.
Der Vortrag von Dr. Christina Deggim zeigt die bewegende Geschichte dieser besonderen Suchkartei und würdigt den unermüdlichen Einsatz all jener, die um ihren Fortbestand kämpften.
Museum Erleben ist unsere Veranstaltungsreihe, die Sie einlädt, das Ostpreußische Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung auf besondere Weise zu entdecken. Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat, nachmittags ab 14.30 Uhr, können Sie an interessanten Ausstellungsrundgängen, Vorträgen, Filmen und weiteren besonderen Angeboten teilnehmen. Anschließend gibt es bei Kaffee und Gebäck ein gemütliches Beisammensein und die Möglichkeit, sich über das Erlebte auszutauschen.
Eine Anmeldung unter Tel. 04131 759950 oder info@ol-lg.de ist erforderlich.